Polyurethan (PUR) Schaumstoffe
Die PUR- Schaumstoffe wurden schon in den 30ern von Otto Bayer entwickelt. Es ist ein Kunststoff, der durch die Polyaddition von so genannten Isocyanaten mit Polyolen entsteht. Man unterscheidet hierbei zwischen den vernetzten und den linearen Polyurethanen. Zum Beispiel sind die Stoffe dieser Grundlage als PUR- Weichschaumstoff in der Industrie der Polstermöbel zu finden.
PUR-Weichschaumstoffe
Diese Schaumstoffe sind das Produkt einer solchen Polyaddition, die aufgrund von Treibmitteln, Stabilisatoren und Katalysatoren vernetzen und zu offenzelligen und unterschiedlichen Schaumstoffprodukten reagieren.
- Standard- Etherschaumstoffe mit einer hohen Stauchhärte
- HR- Schaumstoffe (hochelastisch mit dem entsprechendem Polsterkomfort)
- CMHR- Schaumstoffe (flammgeschützt; wird hauptsächlich im englischen Markt verwendet)
PUR-Hartschaumstoffe
Dieses Produkt einer Polyaddition besteht aus Isocyanaten und Polyester und wird zu einem PUR- Hartschaum mit geschlossenen Zellen aufgeschäumt. Der Hartschaum kommt nur in den Bereichen der Technik und des Baus zum Einsatz, wie beispielsweise für Dämmung, Kältetechnik, Möbelbau, Raumausstattung oder dem Schiffbau.
PUR-Treibmittel
Die PUR- Schäume werden nur mit chemischen Treibmitteln in Deutschland unterstützt. Aber physikalische Treibmittel werden nicht eingesetzt, wie zum Beispiel der Fluorchlorkohlenwasserstoff.
Recycling
Recycelbar sind die Vliesstoffe, die PUR enthalten, nur schwierig, da die Materialien auf chemische Weise getrennt werden müssten, was sehr hohe Kosten mit sich bringen würde. Es setzen jedoch während des Gebrauchs chemische Vorgänge des Zerfalls ein, die auch altersbedingt sein können, die die Basismatrix zerstören. Durch die verschiedenen Einwirkungen von Schweiß, Licht oder Fett der Haut können sich im Materialverbund zahlreiche Produkte bilden, die die Zersetzung fördern und das Material nicht noch einmal auf diesem Gebiet verwendet werden kann.
Recycling-Lösung für PUR-Produktionsreste
Ab Januar 1996 können sowohl die Hersteller als auch die Verarbeiter des Polyurethan- Hartschaums die Reststoffe von PUR- Platten- und Blockschaum wieder verwenden. Das hat der Industrieverband Polyurethan-Hartschaum der Stadt Stuttgart beschlossen, da die Puren-Schaumstoff GmbH die Kapazitäten des Recycelns stark erhöht hat und so eine neue Anlage zur Verarbeitung der PUR- Abfällen aus der Produktion in Betrieb genommen wird.
Es gibt zwei Varianten des Recyclings von PUR- Schaumstoffen. Zum einen das chemische, wobei man die Reststoffe verflüssigt und zur neuen PUR- Produktion hinzufügt, zum anderen das stoffliche Recycling, bei welchem man mithilfe einen Klebepressverfahrens Platten und Formteile in guter Qualität erhält.
Die Produkte, die auf der Basis von Polyether geschäumt werden, enthalten rund 90% Marktanteil. Jene, die auf der Basis von Polyester aufgeschäumt werden, besitzen ungefähr 10% Marktanteil. Hauptsächlich werden diese in den Bereichen der Technik eingesetzt, wie beispielsweise bei Schwämmen oder Verpackungen. Auch hierbei werden zwischen folgenden Formarten unterschieden:
Formschaum
Es werden aus den Ausgangsstoffen Formen gegossen, wenn in den Schaum auch fremde Materialien eingeschäumt werden oder wenn es komplizierte Formen sind, die gegossen werden sollen. Diese Methode kann wegen der hohen Kosten jedoch nur bei größeren Aufträgen angewandt werden.
Blockschaum
Dieser Schaum kann sich kontinuierlich entwickeln, in der Form von Schaumblöcken, die dann in Platten geschnitten werden und die die unterschiedlichsten Stärken haben können. Auch Formteile werden oftmals herausgeschnitten. Der Blockschaum wird in dem Bereich der Möbel zu 40% verwendet, in dem der Matratzen zu 27% und in dem der Kraftfahrzeuge zu 13%. Die Eigenschaften Stauchhärte, Raumgewicht, Porenzahl und Elastizität können in beliebiger Weise eingestellt werden und so sind sie Schaumstoffe wie maßgeschneidert.
Eigenschaften
Brandklasse b 3 nach DIN 4102 (ohne Zusatz von Flammschutz); der HR- Schaum weist im Gegensatz zu anderen Standardkaltschäumen eine sehr hohe Elastizität auf. Kurzzeichen: PUR nach DIN 7728 Teil 1







